wikikit
Headless, KI-natives Wissenssystem für Menschen und Agenten – Quellen rein, nachprüfbare Aussagen mit Zitaten raus.
Eine gefundene Textpassage beweist nicht, dass die darin enthaltene Aussage gilt. Sie belegt zunächst nur, dass die Passage in einer Quelle steht. An dieser Lücke setzt WikiKit an: ein headless Wissenssystem, das Quellen unverändert archiviert und daraus nachprüfbare Aussagen mit Zitaten erzeugt – sichtbar erst, nachdem ein Mensch sie geprüft und freigegeben hat.
Stand 18. August 2026 beschreibt diese Seite den unten verlinkten Repository-Stand. Entscheidend sind die Verantwortungsgrenzen zwischen archivierter Quelle, strukturiertem Claim, menschlicher Freigabe und sichtbarer Wissensrevision.
Das Problem: plausible Antworten ohne prüfbaren Status
Systeme, die Fundstellen abrufen, aber keinen kuratierten Review- und Freigabestatus modellieren, können zu einer Antwort zwar Quellen nennen, lassen aber den Status der verwendeten Aussage offen. Gilt sie noch? Widerspricht ihr eine neuere Quelle? Hat jemand die Übernahme in die Wissensbasis geprüft, oder hat ein Modell sie lediglich für plausibel gehalten?
Wer Quelle, Claim-Status und Reviewentscheidung nur an die erzeugte Antwort anhängt, hält sie nicht als wiederverwendbaren Wissenszustand vor. WikiKit bildet sie deshalb im Wissenszustand ab und trennt drei Dinge, die sonst leicht zusammenfallen: das archivierte Rohmaterial, die daraus abgeleiteten belegten Aussagen und die menschlich freigegebenen Wissensrevisionen. Dadurch bleibt der Weg von einer sichtbaren Aussage zurück zu ihrer Quelle nachvollziehbar – auch für Leser, die an der ursprünglichen Aufnahme nicht beteiligt waren.
Von der Quelle zum sichtbaren Wissen
Eine Quelle ist das eingereichte Rohmaterial. WikiKit archiviert sie unverändert. Was später daraus abgeleitet, verworfen oder freigegeben wird, verändert diese archivierte Grundlage nicht.
Aus den Quellen entstehen strukturierte Claims mit Zitaten und Referenzen auf ihre Herkunft. Damit wird nicht das gesamte Dokument pauschal bestätigt. Stattdessen lässt sich prüfen, auf welchen Beleg sich eine konkrete Aussage stützt und welche anderen Claims ihr möglicherweise widersprechen.
Mögliche Änderungen werden als ChangeProposals geführt. Im Review prüft ein Mensch die vorgeschlagenen Claims und entscheidet über ihre Freigabe. Erst nach diesem menschlichen Review werden die daraus hervorgehenden Aussagen im kuratierten Wissensstand sichtbar.
Herkunft, Widerspruch und Entscheidungsgeschichte
Die Herkunft des Wissens ist an seine Revisionen gebunden. Von einer freigegebenen Aussage führt der nachvollziehbare Pfad über Claim und Zitat zurück zur archivierten Quelle. Diese Verbindung gehört zum Wissensmodell und muss nicht nachträglich aus Protokollen oder Antworttexten rekonstruiert werden.
WikiKit hält auch Widersprüche sichtbar. Eine neue Quelle überschreibt eine bereits freigegebene Aussage daher nicht stillschweigend. Der Widerspruch bleibt Teil des prüfbaren Zustands und muss in einem späteren Review berücksichtigt werden. Würde das System beide Aussagen lediglich zu einer plausiblen Antwort glätten, bliebe unklar, welcher Claim trotz des Widerspruchs freigegeben ist.
Ergänzend führt WikiKit ein separates Decision Log. Wissensinhalt und Entscheidungsgeschichte bleiben dadurch getrennt, ohne die Verbindung zwischen einer Revision und den zugehörigen Entscheidungen zu verlieren. Spätere Reviews können die Entwicklung des Wissens nachvollziehen, statt sie nur aus dem aktuellen Ergebnis abzuleiten.
Spaces als Geltungsbereiche
Wissen gilt selten universell. Eine Aussage kann in einem Projekt korrekt und in einem anderen irreführend sein. WikiKit teilt die kuratierte Wissensdomäne deshalb in Spaces. Jeder Space ist eine isolierte Wissensbasis mit eigenen Konzepten, Quellen und Schlüsseln.
Welches Material in einen Space gehört und dort freigegeben werden soll, ist eine fachliche Entscheidung. Für den Betrieb gilt zusätzlich: Quellen sollten nur archiviert werden, wenn ihre Speicherung mit den jeweils geltenden Lösch-, Aufbewahrungs- und Zugriffsregeln vereinbar ist.
Drei Zugänge, eine Wissensdomäne
WikiKit trennt das Wissensmodell von seinen Zugängen. „Headless“ bezeichnet hier diese Trennung und nicht den Verzicht auf eine Weboberfläche. Herkunft, Reviewstatus und Freigabe gehören zur kuratierten Wissensdomäne, nicht zu einer bestimmten Darstellung. Darauf setzen drei getrennte Zugänge auf: Cockpit, MCP und REST.
Menschen arbeiten über das eingebettete Cockpit. Es ist der menschliche Verwaltungs- und Reviewzugang für die kuratierte Wissensdomäne. Dort wird der vorhandene Zustand verwaltet und die Freigabe vorgeschlagener Änderungen geprüft. Das Cockpit führt keinen davon unabhängigen Wissensbestand.
Agenten erreichen dieselbe Domäne über MCP mit Streamable HTTP. Der maschinelle Zugang ändert nichts an der Reviewgrenze: Erzeugte Claims werden erst durch menschliche Freigabe Teil des sichtbaren Wissens.
Feste Integrationen und Dienste greifen über die REST-Schnittstelle zu. REST stellt damit einen weiteren Zugang zur selben kuratierten Domäne bereit, ohne das Wissensmodell an das Cockpit oder ein bestimmtes Agentenprotokoll zu binden.
Cockpit, MCP und REST greifen auf dieselbe Wissensdomäne zu, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben.
Grenzen und Einordnung
WikiKit konzentriert sich auf eine engere Frage als die Erzeugung einer möglichst plausiblen Antwort: Welche Aussage ist freigegeben, aus welcher Quelle stammt sie und welche Revision enthält sie? Die anschließende Verwendung auf einer Website, in einer Integration oder in einem Agenten-Workflow bleibt davon getrennt. So wird eine Veröffentlichung nicht mit der Freigabe des zugrunde liegenden Wissens verwechselt.
Auch ein expliziter Reviewprozess garantiert nicht, dass eine Aussage dauerhaft richtig bleibt. Quellen können veralten, neue Claims können bestehenden Aussagen widersprechen und offene Vorschläge müssen bearbeitet werden. WikiKit hält Herkunft, Widersprüche und Entscheidungsgeschichte prüfbar; die fachliche Entscheidung über den nächsten freigegebenen Stand bleibt beim Menschen.
Der Unterschied liegt damit nicht im verwendeten Modell, sondern in der prüfbaren Schleife darum: Quelle archivieren, Claims mit Zitaten ableiten, Änderungen reviewen und den freigegebenen Zustand als Revision erhalten.
Code: github.com/MikeBild/wikikit
Quellen
Repository-Stand, geprüft am 18. August 2026: